Schwule Nazis und der Rechtsruck in Gesellschaft und schwuler Szene

Man(n) sollte glauben, dass so etwas nicht möglich wäre, doch es gibt sie tatsächlich: Schwule Nazis. Und damit meine ich keine rechten Klemmschwestern, sondern gestandene Nazis, die offen zu ihrer Homosexualität stehen, auch wenn ihresgleichen im Dritten Reich von den Naziverbrechern gejagt, ins KZ gesperrt und ermordet wurden.

Das Buch Schwule Nazis und der Rechtsruck in Gesellschaft und schwuler Szenevon Jörg Fischer dokumentiert das Verhältnis zwischen Rechtsextremismus und männlicher Homosexualität. Ein genauso widersprüchliches wie heikles Thema, denn Schwule waren und sind schließlich Opfer, sie gehören zu den Opfergruppen des Faschismus und von Neonazis. Doch dies ist nicht alles: Sowohl im historischen Nationalsozialismus als auch in der gegenwärtigen Neonazi-Szene findet man viele aktive Schwule, und der Hang zum Fetisch “NS-Symbole” innerhalb bestimmter Bereiche der schwulen Szene scheint nicht immer “nur” sexuell motiviert zu sein. Das alles findet nicht im luftleeren Raum statt. Auch innerhalb der schwulen Szene, insbesondere bei Medien und Verbandsfunktionären, ist nach der Phase der Entpolitisierung nunmehr ein verstärkter Rechtsruck zu beobachten, rassistische Vorurteile und Minderheitenfeindlichkeit sind auch hier anzufinden, werden teilweise von Vertretern von Teilen der schwulen Szene offen propagiert.

Schwule Orte. 150 berühmt-berüchtigte Schauplätze

Nein, dies ist kein Klappen- und Cruising-Führer. Das Buch Schwule Orte. 150 berühmt-berüchtigte Schauplätze berichtet nämlich über vieles mehr: Dieses Buch ist ein wahres Füllhorn an Liebesnestern, Lasterhöhlen, letzte Ruhe- und berühmte Wohnstätten, Drehorte von Filmen und Schauplätze von Morden, Skandalen und anderen geschichtsträchtigen schwulen Ereignissen. Der Autor Axel Schock hat 150 solcher „schwuler” Orte in Deutschland, Österreich und der Schweiz aufgespürt und recherchiert und dazu 150 äußerst bemerkenswerte Geschichten zu schwuler Geschichte und schwulen Persönlichkeiten gefunden, die von Ludwig II. und Franz Schubert über Rex Gildo und Rio Reiser bis Thomas Mann und Hubert Fichte reichen. Wer also schon immer wissen wollte, wo der Film „Sommersturm” gedreht, legendäre Schwulenpartys zu Wasser und ein prominenter Geburtstag auf einer Klappe gefeiert wurde, wird in diesem Buch mit Sicherheit fündig werden. Nebenbei erfährt der neugierige Leser auch noch, warum neben Schlössern und Burgen, Luxusvillen und Denkmälern auch eine Pommesbude, eine H&M-Filiale in Berlin und ein Kaufhaus in Augsburg, und sogar ein komplettes österreichisches Dorf zu diesen ausgewählten schwulen Orten gehören. All dies und viele weitere schwule Geheimnisse verrät dieser ganz andere Reiseführer. Ein wirklich unterhaltsamer schwuler Lesespaß für zwischendurch.

Schwule, Lesben, Bisexuelle. Lebensweisen, Vorurteile, Einsichten – Udo Rauchfleisch

Dr. phil. Udo Rauchfleisch, der Verfasser dieses Buches, ist Psychoanalytiker und Professor für Klinische Psychologie an der Universität Basel und zudem in privater Praxis tätig. In seinem Werk Schwule, Lesben, Bisexuelle. Lebensweisen, Vorurteile, Einsichten (Sammlung Vandenhoeck): Lebensweisen, Vorurteile, Einsichten stellt er die große Bedeutung des gesellschaftlichen Drucks für Entwicklung und Lebensweisen von Lesben, Schwulen und Bisexuellen in den Vordergrund seiner Betrachtungen. Dabei nähert sich Udo Rauchfleisch den Frauen und Männern hinter diesen sexuellen Klassifizierungen mit Einfühlsgabe, Zartgefühl und Respekt – in der Fachliteratur sind dies eher selten anzutreffende Tugenden.

Rauchfleisch zeigt und erläutert in seinem Buch spezifische Reibepunkte, die dieses Lebensmodell zwangsläufig mit sich bringt und erläutert diese detailliert. Dabei zeichnet er mit psychologischem Charme ein hervorragendes Bild vom Seelenleben der schwulen, lesbischen und bisexuellen Männer und Frauen, welche anderes empfinden, denken und handeln , ohne sie herabzuwürdigen. Dieses buch ist absolut lesenswert und sollte als Pflichtlektüre für alle freiheitsliebenden Menschen gelten ganz egal ob homo-, bi- oder heterosexuell.

Pauls Bücher: Die Entwicklung – Joachim Bartholomae

Das Buch Pauls Bücher: Buch.1, Die Entwicklung: Bd 1von Joachim Bartholomae ist der erste Band aus der Reihe von “Pauls Büchern”. Dieser Band erzählt von dem ersten halben Jahr der SM-Beziehung von Paul und Leon. Die Tagebucheinträge sind fast durchweg von der Euphorie dominiert, endlich die richtige Kombination von Liebe und Sex gefunden zu haben, nach der beide Partner ihr Leben lang gesucht haben.

Was die Serie “Pauls Bücher” so interessant macht, ist die Tatsache, das sich alles wirklich genau so ereignet hat, wie es geschrieben steht – nichts von alledem ist Dichtung.
Der Autor Joachim Bartholomae hat dieses Buch gemeinsam mit seiner damaligen SM-Beziehung geschrieben und ursprünglich war es lediglich als ein Tagebuch nur für die beiden geplant. Die Niederschriften dienten dazu, den jeweiligen Partner über den Stand des eigenen Kopfes zu informieren, Entwicklungen und Schwierigkeiten aufzuzeigen um diese Beziehung in dieser Heftigkeit leben zu können, da SM eine derart intensive Geschichte ist, die nur in einer engen Partnerschaft wie dieser ausgelebt werden kann.
Aus diesem Grund sind Pauls Bücher keine Literatur im herkömmlichen Sinne, sondern ein wirkliches Tagebuch, welches sich genau so ereignet hat, wie es zwischen den Buchdeckeln geschrieben steht. Es ist tatsächlich nichts dazugedichtet oder weggelassen worden.

Die Geschichte ist übrigens mit diesem Buch nicht zu Ender. Im zweiten Band Pauls Bücher: Buch.2, Die Wende: Tagebuch einer SM-Beziehung: Bd 2 geht die Geschichte von Paul und Leon nämlich weiter. Lasst euch überraschen.

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Peter Nathschläger
Peter Nathschläger

Meines Wissens nach war Joachim nicht der Autor von Pausl Bücher, sondern lediglich ihr redaktioneller Betreuer und Herausgeber. lg/Peter
Joachim Bartholomae
Joachim Bartholomae

Peter hat recht: Die Bücher heißen "Pauls Bücher" - "Paul" ist das Pseudonym des Autors, und der bin nicht ich.

Karl Lagerfeld und ich – Arnaud Maillard

Dies ist bereits die zweite Karl-Lagerfeld-Biografie innerhalb weniger Monate: 15 Jahre lang hat Arnaud Maillard im Dienste des Modemachers Karl Lagerfeld gestanden: Arnaud Maillard fing in der Pressestelle des Modezaren an und entwickelte sich zu einem seiner engsten Mitarbeiter. Nachdem er nun jedoch gekündigt hat, berichtet er ausführlich über sein gespaltenes Verhältnis zu seinem ehemaligen Chef

In “Karl Lagerfeld und ich” berichtet Arnaud Maillard genüsslich über die Fresssucht und den darauf folgenden Magerwahn Karl Lagerfelds. Dass Karl Lagerfeld jemals wieder mit seinem ehemaligen Mitarbeiter sprechen wird, ist höchst unwahrscheinlich. Karl Lagerfeld habe sich durch die Kündigung seines Assistenten verraten gefühlt und einen Ton angeschlagen, den er bis dahin nicht an ihm gekannt habe: „Was glaubst du eigentlich? Keiner wird dich mehr nehmen“, habe er seinem langjährigen Diener am Telefon gedroht. „Es ist vorbei. Ruf’ mich nicht mehr an. Du wirst sehen, was passiert.“

Trotzdem schreibt Maillard in seinem Buch Karl Lagerfeld und ich: 15 Jahre an der Seite des Modezarenbeinahe liebevoll über seinen ehemaligen Meister: Mit Lagerfeld zu arbeiten sei einzigartig für ihn gewesen, stellt der Franzose fest und erzählt, dass der begnadete Modemacher viel zu höflich und anspruchsvoll sei, um jemals die Beherrschung über sichzu verlieren. Niemals würde er sich „zu Zorn, zu Beleidigungen oder zu Hysterie hinreißen lassen“. Allerdings, so Maillard, könne er sich nicht daran erinnern, dass Karl Lagerfeld in all der Zeit auch nur einmal ausgelassen gelacht habe.

Schwule Väter – Und was sagen die Kinder dazu?

Schwule Väter gibt es mehr, als so mancher Normalbürger glauben mag. Nur die wenigsten schwulen Väter haben sich vermutlich geoutet – die meisten schwulen Väter leben ein Doppelleben, in dem sie mit einer Frau verheiratet sind und nach außen den “normalen” Familienvater geben. Ihre schwule Neigung leben diese schwulen Väter wenn überhaupt, dann nur heimlich aus.

In dem Buch Und was sagen die Kinder dazu? Gespräche mit Töchtern und Söhnen lesbischer und schwuler Elternkommen 35 Töchter und Söhne von lesbischen und schwulen Eltern Wort. Sie erzählen, wie sie sich und ihre Familien sehen und berichten, wie es sich mit zwei Müttern oder zwei Vätern lebt, was sie über Mamas neue Freundin denken, wie sie es finden, dass Papa zum Elternvertreter gewählt wurde und welche Bedeutung es für sie hat, dass ihre Mutter mit einer Frau verheiratet ist oder ihr Vater einen Mann liebt. Ihre Geschichten sind so unterschiedlich wie sie selbst. Sie sprechen über all das, was sie im Alltag bewegt, was sie mögen, was sie stört und was die anderen über ihre Familie sagen oder fragen. Sie stellen ihre FreundInnen vor und verraten uns manchmal auch ihre Wünsche und Träume. Und sie erzählen dem Leser oder der Leserin, dass ihre Familien eigentlich gar nicht so anders sind – oder doch völlig aus dem Rahmen fallen. Das Buch enthälte zudem ein Vorwort von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit.

Elvira auf Gran Canaria – Elvira Klöppelschuh

Elvira auf Gran Canaria: Urlaub, Schwule, Strand und Tanz von Elvira Klöppelschuh ist ein Klassiker der schwulen Literatur: Einfach zum Schreien komisch sind die Schilderungen des schwulen Strandlebens auf Gran Canaria, der Lieblingsinsel aller Schwulen. Wie auf dem Präsentierteller liegen die Schwuletten dicht gedrängt im Sand von Playa del Ingles, kreischen bei jeder anrollenden Welle und lästern über die Heten, die vor allem bei Flut fast auf Tuchfühlung an den Homos vorbeiziehen (müssen). Sobald es am Nachmittag kühler wird, geht es dann zu Kaffe und Kuchen ins Café Wien im Cita-Einkaufszentrum und die Nächte werden im Yumbo-Center durchgefeiert. Auch das Yumbo-Centre ist tagsüber ein Einkaufszentrum, doch abends verwandelt es sich in ein riesiges Spaßland für Homosexuelle: Unzählige Cafés, Nachtclubs und sogar eine Gay-Sauna liegen hier nebeneinander und Schwule aus ganz Europa treffen aufeinandern…

Elvira auf Gran Canaria darf auf keinen Fall im Handgepäck eines Gran Canaria-Urlaubers fehlen. Allerdings sollte man schon über sich selbst lachen können.

Alexander Rybak – Fairytales

Alexander Rybakist der frischgekürte Gewinner des diesjährigen Eurovision Song Contest (oder immer gerne noch Grand Prix genannt) in Moskau. Mit seinem selbstkomponierten Lied Fairytale eroberte der süße Junge, der auch ein begnadeter Geiger ist, die Herzen aller europäischen Zuschauer von Ost bis West. Da schadete es auch nicht, dass ihm während seines Auftritts eine Saite an seinem Geigenbogen gerissen war. Unbeeindruckt von dem kleinen Missgeschick absolvierte der charmante Alexander Rybak seinen Auftritt und nahm am Ende ein wenig schüchtern und vollkommen überwältigt den Siegerpreis für den besten Song entgegen. Somit sehen sich alle Grand-Prix-Fans im nächsten Jahr in Oslo wieder. Sein Album Fairytales, auf dem natürlich auch der großartige Eurovision-Siegertitel enthalten ist, kann bereits hier vorbestellt werden.

Gay T-Shirt

Heute stelle ich mal kein schwules Buch, sondern ein schwules T-Shirt vor. Das Shirt trägt die lustige Aufschrift Sorry Girls I suck dickund ist in den Größen S bis 5XL erhältlich. Das T-Shirt sollte man am Besten mal abends in der Heten-Disco tragen.

Beautiful Thing

Der britische Film Beautiful Thingist einer der schönsten, wenn nicht gar DER schönste Film zum Thema Coming-Out, den es gibt: Der 15-jährige Jamie lebt mit seiner alleinerziehenden Mutter in einer Hochhaussiedlung im Süden von London, doch Jamies ewige Niedergeschlagenheit nervt die rlebenslustige Mutter. Aus ihm ist kaum ein Wort herauszukriegen, und nichts scheint ihn zu interessieren. Immer will er nur seine Ruhe haben.

Eines Tage nehmen Jamie und seine Mutter den gleichaltrigen Nachbarjungen, der vor seinem prügelnden Vater geflohen ist, bei sich auf. Da die Wohnung von Mutter und Sohne nicht groß genug ist, müssen die beiden Jungs das Bett miteinander teilen – und dort passiert es dann: Die beiden unerfahrenen Jugendlichen entdecken die Lust am gleichen Geschlecht. Rührend sind ihre verstohlenen Blicke im Badezimmer, ihre zärtliche Berührungen und das Ertasten all der aufregenden Geheimnisse, die aus dem Schutz der Dunkelheit schamhaft hervorluken.

Bei ihrem natürlich nicht ganz unproblematischen Coming out steht ihnen die verrückte Nachbarstochter zur Seite. Und die Schlussszene von Beautiful Thing ist wirklich eine der schönsten Szenen der gesamten Filmgeschichte!