Tony O’Neill – Sick City

Tony O’Neill wurde im Jahr 1978 geboren und lebt als Autor und Musiker in New York. In seinem Buch Sick City mixt Tony O’Neill einen literarischen Drogencocktail – hart, hektisch und manchmal von gnadenloser Komik. In Kombination mit den Streetart-Zeichnungen von Michel Casarramona entwickelt sich Sick City zu einer regelrechten Wort-Orgie, ein Film in Buchstaben.

Der Großteil des Romans spielt in einer Drogenentzugsklinik in Los Angeles und es gibt wohl kaum eine Seite in dem Buch, auf der nicht geschnupft, geraucht oder gar gespritzt wird. Die Handlung ist gespickt mit cracksüchtige Transvestiten, Junkies, Nutten und Strichjungen und dreht sich um ein Video-Tape, das einige der wichtigsten Schauspiel-Stars Hollywoods bei einer wüsten Sexorgie zeigt. Sick City ist eine wunderbare Hommage an die frühen Black Mask Stories von Raymond Chandler.

“Das Glück kam immer zu mir”: Rudolf Brazda – Das Überleben eines Homosexuellen im Dritten Reich

Dieses bewegende Biografie handelt von dem jungen Rudolf Brazda, der kurz vor der nationalsozialistischen Machtergreifung sein Coming-Out als Homosexueller hat und mitsamt seine Familie sogar eine schwule Hochzeit feiert. Für kurze Zeit genießt er seine erste große Liebe, dann schlagen jedoch die Nationalsozialisten zu. Nach zwei Verhaftungen wird Rudolf Brazda im Jahr 1942 in das Konzentrationslager Buchenwald verschleppt. Dort überlebt er durch viel Glück und dank seines ungebrochenen Humors und Optimismus – aber auch, weil er einem kommunistischen Kapo sexuell zu Diensten stehen muss.

Rudolf Brazda wurde als Sohn tschechischer Einwanderer in einem heute thüringischen Dorf geboren und gilt als der letzte – derzeit bekannte – Lebende, der den Rosa Winkel trug. Sein Biograf Alexander Zinn erzählt die Geschichte eines erfüllten Lebens, das trotz aller Widrigkeiten von Liebe und Lebensfreude geprägt ist. Zugleich schildert Alexander Zinn die unbarmherzige Verfolgung homosexueller Männer während des Nationalsozialismus – eine Geschichte, die bis heute viele blinde Flecken hat.

Nina Queer – Dauerläufig

Die Drag Queen Nina Queer aus Berlin ist vor allem durch ihre Schlampenimage bekannt, was sie jedoch nicht von einer erfolgreichen Karriere als Radiomoderatorin, Clubbetreiberin, DJane und Sängerin abgehalten hat. Und nun darf sich Nina Queer sogar noch als Buchautorin bezeichnen.

In ihrem Buch Dauerläufig berichtet Nina Queer über die Momente hinter den Kulissen, wenn die Lichter ausgehen, das Make-up abgewaschen und die Perücke auf den Ständer gehängt ist. Nina Queer lässt den Leser teilhaben an Rückschlägen, Enttäuschungen und Geldsorgen, Drogen und Alkohol, aber auch an Ruhm, Glück auch jeder Menge Sex. Der authentische und aufrichtige Stil von Dauerläufig lässt beim Lesen zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommen. Vom kleinen Dorf in Kärnten ins schillernde Nachtleben Berlins nimmt ins Nina Queer mit auf einer autobiografische Reise,  die viel Spass beim Lesen beschert.

Ben Cohen und seine StandUp-Foundation

ben-cohen1

Ben Cohen ist ein heterosexueller, englischer Rugbyspieler, der nicht nur schweinegeil aussieht, sondern sich darüber hinaus auch noch für mehr Toleranz gegenüber Homosexuellen einsetzt. Während deutsche Fußballstars wie Philipp Lahm schwule Fußballer vor einem Coming-Out warnen, hat Ben Cohen nach seinem Rücktritt als aktiver Rugby-Spieler eine Stiftung namens StandUp gegründet. Längst hat Ben Cohen dem ehemaligen Sex-Symbol den Rang abgelaufen, regelmäßig lacht er vom Cover englischer Gay-Magazine. Von der Zeitschrift Gay Times wurde Ben Cohen im Jahr als Sportler des Jahres ausgezeichnet und seine Kalender, deren Fotos ihn in der Regel mit nacktem Oberkörper zeigen, richten sich nicht nur eindeutig an seine schwulen Fans, sondern verkaufen sich auch noch wie geschnitten Brot!

Ben Cohen Interview auf CNN

Mit seiner Standup-Stiftung hat sich Ben Cohen das Ziel gesetzt, Homophobie und Mobbing zu bekämpfen. Auslöser für die Gründung seiner Stiftung war der Tod seines Vaters, der bei dem Versuch, einen Streit in einem Pub zu schlichten, sein Leben verloren hat. Nachdem Ben Cohen herausgefunden hatte, dass der Großteil seiner Fans schwule Männer sind, hatte er auch schon die passende Gefolgsgruppe für seine Anti-Mobbing-Kampagne gefunden. Erst kürzlich bereiste der verheiratete Weltcup-Sieger und Vater von Zwillingen die USA, wo sich der Großteil seiner Fans befindet, um seine StandUp-Stiftung zu fördern. Hunderte von Menschen haben seine Fundraising-Veranstaltungen, die mit Hilfe von schwulenfreundlichen Rugby-Clubs organisiert wurden, besucht. Ein wichtiges Instrument seiner Stiftung ist zudem Facebook: Die Ben-Cohen-Fanpage des sozialen Netzwerks kann bereits 170.000 Mitglieder aufweisen – Tendenz stark steigend. Unwiderstehliches Lockmittel zum Besuch seiner Fanseite sind zugegebener Maßen aber auch die sexy Fotos, die Ben Cohen immer wieder von sich hochlädt.

Es wäre zu wünschen, dass sich auch ein deutscher Sportstar in dem Maße für Tolerenz gegenüber Homosexuellen einsetzen würde, wie Ben Cohen es tut. Habt ihr Ideen, wer diese Aufgabe in unserem Land übernehmen könnte? Dann postet Eure Meinung in den Kommentaren!

last comments
Singer
Singer

Great! thanks for the share!