Der Frevel am Altar der heiligen Klara

Nach der Graphic Novel “Insel der Männer” über inhaftierte Schwule unter Mussolini kommt aus dem Verlag Schreiber & Leser nun “Der Frevel am Altar der Heiligen Klara”, welche auf dem Roman “Der Verstoß” von L.R. Carrino beruht. Die Handlung dreht sich um schwule Mafiosis: Drogenhandel, Folter, Mord und Herumhuren sind in der Welt der Camorra nichts ungewöhnliches – nur nicht der Frevel am Altar der Heiligen Klara, die Homosexualität. Die Graphic Novel erzählt somit von den inneren Kämpfen, die Giovanni ausfechten muss, bis er sein Schwulsein akzeptiert, und legt die homophobe Intoleranz in der Welt des organisierten Verbrechens offen.

Die Zeichnungen dieser Graphic Novel stammen von Maria P. Cinque (MP5), die Bühnenbild in Bologna und Stop-Motion-Animation an der Wimbledon School of Art studierte und für ihre Wandgemälde auch in Deutschland bekannt ist. Das Szenario wurde von Valerio Bindi entworfen. Er ist Architekt, Grafiker und Comic-Autor bei der Gruppe SCIATTO.

Spartacus International Gay Guide 2012/2013

Seit vielen Jahren ist der Spartacus International Gay Guide für viele schwule Männder ein treuer Reisebegleiter. Ganz egal, wo auf der Welt man(n) sich gerade befindet: Der Spartacus weiß mit hoher Wahrscheinlichkeit, wo sich die nächste Cruising-Zone, die nächste Gay-Bar, der schönste Strand oder das beste schwulenfreundliche Hotel befindet. Zudem wird die rechtliche und soziale Situation von Homosexuellen im jeweiligen Reiseland genauer beleuchtet. Auch die aktuelle Ausgabe 2012/2013 ist wie immer hervorragend recherchiert, auf dem neuesten Stand und somit für jeden schwulen Urlauber ein unverzichtbarer Reiseführer.

John Boyne – Das späte Geständnis des Tristan Sadler

Der irische Schriftsteller John Boyne wurde 1971 in Dublin geborden und feierte seinen internationalen Durchbruch mit dem Roman Der Junge im gestreiften Pyjama, der in vielen Ländern auf den Bestsellerlisten stand und sogar für das Kino verfilmt wurde. Nun ist sein neuer Roman “Das späte Geständnis des Tristan Sadler” erschienen.

Die Handlung spielt im September 1919 in London. Der junge Tristan Sadler steigt in einen Zug nach Norwich, um sich dort mit der Schwester seines gefallenen Kriegskameraden Will zu treffen. Er berichtet Ihr von den grausamen Erlebnissen im Ersten Weltkrieg: Die erste Begegnung mit Will im Ausbildungslager, das Leben und Sterben im Grabenkampf, aber auch von der Freundschaft und dem Vertrauen, das sich die beiden jungen Männer schenkten. Der Leser ahnt schnell, dass die Zuneigung zwischen den beiden jungen Soldaten nicht nur Freundschaft, sondern Liebe war – und der Auslöser einer Tragödie.

John Boyne schildert in seinem Buch “Das späte Geständnis des Tristan Sadler” nicht nur schonungslos die ungeheuerlichen Schrecken des Krieges, sondern auch, wie Will versuchte, unter unmenschlichen Bedingungen einen Rest von Menschlichkeit zu bewahren.

Klaus-Peter Grap – Flaatsch. Ich war mal prominent

Die sympathisch-böse Mediensatire Flaatsch von Schauspieler und Moderator Klaus-Peter Grap schildert in seinem Roman “Flaatsch. Ich war mal prominent” mit scharfer Zunge, aber auch mit viel Herz und Humor, das Scheitern des TV-Stars Peter Sander. Dieser ist ein erfolgreicher Fernsehmoderator und mit einer attraktiven Schauspielerin liiert. Doch dann wünscht Peter Sander vor einem Millionenpublikum versehentlich die Mutter der Nation zum Teufel und wird gefeuert. Und von nun an geht es mit seiner Karriere bergab – lediglich seine schwule Freundesclique lässt Peter die folgenden Ereignisse einigermaßen überstehen.

Das Buch “Flaatsch” von Klaus-Peter Grab beschreibt humorvoll, wie es hinter den Kulissen der Medienwelt zugeht, die gnadenlose Vernichtung durch Medien und stimmt trotz der Lockerheit nachdenklich. Der Roman sollte somit eine Pflichtlektüre für alle sein, die auf Biegen und Brechen berühmt sein wollen – nach der Lektüre des Romans ist man nämlich einfach nur noch froh, selbst nicht prominent zu sein! “Flaatsch” ist somit ein gelungener Roman, der der mediengeilen Casting-Show-Gesellschaft den Spiegel vorhält.

Lübeck: Leseabend im Günter-Grass-Haus

Heute mal ein Veranstaltungshinweis – und zur Abwechslung geht es nicht um schwule, sondern um lesbische Literatur: Im Rahmen des CSD Lübeck findet am 14. August ein Leseabend im Günter-Grass-Haus statt. Die Schriftstellerin Stefanie Zesewitz liest an dem Abend aus ihrem ersten Roman “Der Duft der Seide”. Das Buch erzählt von einer Frauenliebe im viktorianischen England. Stefanie Zesewitz webt historische Figuren wie die Schwestern Brontë in die Romanhandlung ein, um eine Epoche aufleben zulassen, die für ihr strenges und prüdes Frauenbild bekannt ist. Die Lesung beginnt um 21 Uhr.

Adresse:
Günter-Grass-Haus
Glockengießerstraße 21
Lübeck