Peter Schult: Besuche in Sackgassen. Aufzeichnungen eines homosexuellen Anarchisten

„Besuche in Sackgassen“ ist die Autobiographie des deutschen Schriftstellers Peter Schult, der eine bewegte und bewegende Lebensgeschichte vorzuweisen hat. Als Jugendlicher war Schult begeisterter Hitlerjunge und Teil des letzten Aufgebots des dritten Reiches, bevor er sich den Edelweißpiraten anschloss – informellen Jugendgruppen, die in Opposition zum Naziregime standen. Nach Ende des zweiten Weltkriegs engagierte sich Schult zunächst bei den Deutschen Jungdemokraten und der Liberalen Jugend Europas, bevor er von 1955 bis 1961 bei der französischen Fremdenlegion diente. Während des Algerienkrieges desertierte er aus der Fremdenlegion, weil er von der Unrechtmäßigkeit und der Unmenschlichkeit des Krieges überzeugt war und begann immer mehr, die herrschenden Gesellschaftsformen zu hinterfragen.

1961 zog Peter Schult nach München und begann dort als Schriftsteller und Journalist zu arbeiten. Wegen homosexueller Beziehungen zu Jugendlichen verbüßte Schult zu dieser Zeit mehrere Haftstrafen. Gleichzeitig äußerte sich Peter Schult zunehmend offener und radikaler über pädophile Beziehungen und trat als bekennender Päderast in Erscheinung. Er geriet durch seine offen ausgelebte Päderastie immer mehr ins Visier der Justiz, was seine zunehmend radikaler werdende Ablehnung der etablierten Gesellschaft, der herrschenden Sexualmoral und des bürgerlichen Lebens überhaupt verstärkte. „Besuche in Sackgassen. Aufzeichnungen eines homosexuellen Anarchisten“ ist nicht nur eine faszinierende Lebensgeschichte eines außergewöhnlichen Menschen. Das Werk ist auch ein spannendes zeitgeschichtliches Dokument der jüngeren deutschen Geschichte und lädt zu vielen Auseinandersetzungen mit diversen politischen Positionen ein. Und so ist die Lektüre für den Leser auch eine Möglichkeit, seine eigenen Standpunkte zu hinterfragen und einen Einblick zu erhalten in Lebensbereiche, die oft nach wie vor mit vielen Tabus belegt sind.

Reinaldo Arenas: Bevor es Nacht wird: Ein Leben in Havanna

„Bevor es Nacht wird: Ein Leben in Havanna“ ist die packende Autobiographie des schwulen, oppositionellen Dichters Reinaldo Arenas in der kubanischen Hauptstadt Havanna. Reinaldo Arenas, Autor vieler renommierter Werke und ein international geschätzter Schriftsteller, schreibt sich hier seinen Frust von der Seele. Nachdem sich Arenas geweigert hatte, als Hymnenschreiber für den kubanischen Staatspräsidenten Fidel Castro zu arbeiten, hätte alleine diese Tatsache schon gereicht, um ein schweres Leben auf der Insel Kuba zu haben. Doch Arenas Weigerung, seine Homosexualität zu verbergen, bringt das Regime vollends gegen ihn auf. So wird er vor allem verfolgt, weil er die Unverschämtheit besitzt, seine Homosexualität übermütig und ungezügelt auszuleben – ein absoluter Tabubruch in Kuba. Als Reinaldo Arenas dieses Buch begann, konnte er nur in den Bäumen des Leninparks in Havanna ungestört schreiben – bevor es Nacht wurde.

Doch war dies nur eine der letzten der vielen Hürden, die Arenas im Laufe seines Lebens zu überwinden hatte. Sein Versuch, schwimmend eine amerikanische Militärbasis zu erreichen, scheitert: »Der Freund der mir die Shorts besorgt hatte, versteckte mich in einer der Kabinen am Strand und ging zu meinem Haus, das jetzt von Polizisten mit Hunden bewacht wurde. Er sagte, ich solle schnell ins Meer springen und mich hinter einer Boje verstecken, da würden mich die Hunde nicht aufspüren.« Es folgen Gefängnis, Verhöre durch die Staatssicherheit und erneute Gefängnisaufenthalte.

Regiesseur Julian Schnabel hat diese Lebensgeschichte des Schriftstellers Reinaldo Arenas mit den Schauspielern Javier Bardem und Johnny Depp verfilmt und dafür auf der Biennale von Venedig 2000 den Großen Preis der Jury erhalten.

“Das Glück kam immer zu mir”: Rudolf Brazda – Das Überleben eines Homosexuellen im Dritten Reich

Dieses bewegende Biografie handelt von dem jungen Rudolf Brazda, der kurz vor der nationalsozialistischen Machtergreifung sein Coming-Out als Homosexueller hat und mitsamt seine Familie sogar eine schwule Hochzeit feiert. Für kurze Zeit genießt er seine erste große Liebe, dann schlagen jedoch die Nationalsozialisten zu. Nach zwei Verhaftungen wird Rudolf Brazda im Jahr 1942 in das Konzentrationslager Buchenwald verschleppt. Dort überlebt er durch viel Glück und dank seines ungebrochenen Humors und Optimismus – aber auch, weil er einem kommunistischen Kapo sexuell zu Diensten stehen muss.

Rudolf Brazda wurde als Sohn tschechischer Einwanderer in einem heute thüringischen Dorf geboren und gilt als der letzte – derzeit bekannte – Lebende, der den Rosa Winkel trug. Sein Biograf Alexander Zinn erzählt die Geschichte eines erfüllten Lebens, das trotz aller Widrigkeiten von Liebe und Lebensfreude geprägt ist. Zugleich schildert Alexander Zinn die unbarmherzige Verfolgung homosexueller Männer während des Nationalsozialismus – eine Geschichte, die bis heute viele blinde Flecken hat.

Nina Queer – Dauerläufig

Die Drag Queen Nina Queer aus Berlin ist vor allem durch ihre Schlampenimage bekannt, was sie jedoch nicht von einer erfolgreichen Karriere als Radiomoderatorin, Clubbetreiberin, DJane und Sängerin abgehalten hat. Und nun darf sich Nina Queer sogar noch als Buchautorin bezeichnen.

In ihrem Buch Dauerläufig berichtet Nina Queer über die Momente hinter den Kulissen, wenn die Lichter ausgehen, das Make-up abgewaschen und die Perücke auf den Ständer gehängt ist. Nina Queer lässt den Leser teilhaben an Rückschlägen, Enttäuschungen und Geldsorgen, Drogen und Alkohol, aber auch an Ruhm, Glück auch jeder Menge Sex. Der authentische und aufrichtige Stil von Dauerläufig lässt beim Lesen zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommen. Vom kleinen Dorf in Kärnten ins schillernde Nachtleben Berlins nimmt ins Nina Queer mit auf einer autobiografische Reise,  die viel Spass beim Lesen beschert.

Erfahrungen eines Strichjungen in Thailand

Wer nach Thailand reist, wird früher oder später mit Strichern oder Prostituierten konfrontiert werden. Was viele Europäer nicht wissen: Prostitution hat in Thailand bereits eine lange Geschichte und entstand nicht erst durch das Aufkeimen des Massentourismus. Egal ob Männlein oder Weiblein – Sex ist für viele Thailänder häufig die einzige Möglichkeit, Geld zu verdienen. An den unzähligen Werbern vor den Bordellen oder Taxifahrern, die Provisionen kassieren, wenn Sie Fahrgäste bei einem Bordell absetzen, kommt man in Thailand, vor allem in Bangkok, nicht vorbei. Häufig kommt es sogar vor, dass Taxi-Fahrer oder Tuk-Tuk-Fahrer gleich ihren eigenen Körper zum Sex anbieten – “Make boom-boom” heißt das dann.

Wer daraus schließt, dass große Teile der thailändischen Männer schwul sind, täuscht sich jedoch. Die meisten Männer in der Homosexuellenszene sind eben so wenig homosexuell, wie die Mädchen in Bars nymphoman sind. Für die meisten thailändischen Jungs ist Sex ein Beruf, eine Tätigkeit, mit der man Geld verdienen kann. In dem Buch Auch Somchai hat seine Farang: Eine Geschichte über das Leben in Thailand von Gad Labudda wird der Werdegang eines beruflichen Homosexuellen und der Beginn seiner Laufbahn beschrieben. Ein sehr interessanter Einblick in das Leben eines thailändischen Strichjungen der viele europäischen Sextouristen die Augen öffnen sollte.

Der Autor Dr. G.M. Gad Labudda, geboren am 7. Februar 1942 in Danzig, hat Psychologie studiert und lebte knapp 20 Jahren in Thailand, wo er zunächst im Reisegewerbe und als Hochschuldozent tätig war. Er sammelte Erfahrungen in Bangkok, Surin, Kamphaeng Saen und Pattaya

Joachim Klinkenberg: Seitenwechsel – Coming-Out mit 40

Der Unternehmer Joachim Klinkenberg erzählt in seinem Buch Seitenwechsel – Coming-Out mit 40: Ein ernster, heiterer Blick auf eine späte Pubertät
im Dialog mit seiner besten Freundin, wie er sich als verheirateter Familienvater mit knapp 40 Jahren zu seiner sehr spät entdeckten Homosexualität bekennt.

Leider werden die durch den Titel von Joachim Klinkenberg geweckten Erwartungen in keinster Weise erfüllt: Das eigentliche Coming-Out ist bereits nach etwa 5 Seiten geschildert. Ausführliche Details über seine Empfindungen, Eindrücke und die innere Zerrissenheit während des “Coming out” – aber auch über die unterdrückten Gefühle und Begehrlichkeiten, die er die 40 Jahre vor seinem Seitenwechsel mit sich auskämpfen musste – gibt Joachim Klinkenberg leider nicht preis. Stattdessen fällt das Buch schnell in die gängigen Clichés über das schwule Leben, die man seit Ewigkeiten in jedem monatlichen Gay-Magazin und Schundroman nachlesen kann: Jugendwahn (Joachim Klinkenberg beschreibt sein aussehen nach dem Coming Out selbst als metrosexuell), wechselnde Partnerschaften und Sexualerlebnisse in der Zeit nach dem Seitenwechsel geschildert. Eine einzige Aufzählung von homosexuellen Kontakten ohne jeglichen Tiefgang, bei der es einzig und allein um den promiskuitiven Narziss geht. Besonders störend sind zudem die Kommentare der Freundin, die ihrem schwulen Freund Joachim Klinkenberg einfach nur nach dem Mund redet und Honig ums Maul schmiert. Eine Reflexion findet nicht einmal im Ansatz statt.

Schwule Familienväter, die sich in der selben Situation befinden und Lehren aus den Erfahrungen von Joachim Klinkenberg erhalten möchten, werden mit diesem Buch leider nicht belohnt. Der einzige Grund für ungeoutete schwule Väter und Ehemänner, dieses Buch zu lesen, wäre, dieses Buch als Ratgeber dafür zu nutzen, wie man sein Leben nach dem Coming-Out nicht gestalten sollte. Schade.

Joachim Klinkenberg, Seitenwechsel – Coming-Out mit 40, ist im August von Goethe Literaturverlag erschienen.

Schwuler Moslem sucht schwulen Autor

Mich erreichte diese E-Mail von F., einem 19-jährigen schwulen Moslem. Als Sohn einer strenggläubigen moslemischen Familie kann er seine Homosexualität nur heimlich ausleben. Leider wurde ihm vom Schicksal übel mitgespielt: Nachdem er all seinen Mut zusammen genommen und erste Erfahrungen schwuler Sexualität gesammelt hat, hat er sich gleich beim ersten Mal mit dem HI-Virus infiziert. Nun möchte er sein Leben einem schwulen Schriftsteller erzählen und mit seiner Geschichte an die Öffentlichkeit gehen. Interessenten hinterlassen bitte eine Meldung in den Kommentaren, oder können sich per E-Mail an mich wenden, ich leite Fuats E-Mail-Adresse dann weiter.

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Joshua Dean
Joshua Dean

Hallo, ich bin Autor, ich bin schwul, ich habe Kontakt zu einem schwulen Verlag, und ich lebe in Duisburg, einer …
Joshua Dean
Joshua Dean

Mist, ich hab die E-Mail Adresse vergessen... covered_in_darkness@hotmail.de :-)
nika
nika

seni öyle cok anliyorum ki, anlatamam!!!
DoggyDog
DoggyDog

Ich wünsche dir viel Kraft und Erfolg dabei.... Canim benim Allah büyüktür bunu da atlatirsin.. Erinert mich an mein Leben... Aber noch kein …

Harvey Milk – Ein Leben für die Community

Jeder kennt wahrscheinlich den Film Milk, mit Oscar-Gewinner Sean Penn in der Rolle des schwulen Politikers Harvey Milk. Nach dem ich den Film über Harvey Milk gesehen hatte, habe ich mir dieses Buch gekauft und es auf keinen Fall bereut! Das Buch beinhaltet nicht nur eine sehr detailierte Biographie des schwulen Politikers, sondern im hinteren Teil des Buches Harvey Milk – Ein Leben für die Communityfindet man Harvey Milk’s politisches Testament und seine wichtigsten Reden, wie z. B. auch die berühmteHoffnungsansprache!

Dieses Buch ist wirklich sehr zu empfehlen, besonders weil es fantastische Einblicke in eine für Homosexuelle äußerst schwierige Zeit gibt. Zudem gewährt das Buch auch eine Menge psychologischer Einblicke: So wird beispielsweise erklärt, wieso Harvey Milk von Dan White ermordert wurde. Durch seine jahrelangen Recherchen und seinen Enthusiasmus hat der Jopurnalist Randy Shilts wirklich ein sehr außergewöhnliches Werk geschaffen, welches auch gleichzeitig als Vorlage für das Drehbuch des Kinofilms “MILK” diente. Der Oskar für das beste Drehbuch ist also diesem wirklich erstaunlichen Buch zu verdanken! Besonders empfehlenswert für alle Homosexuellen Menschen auf dieser Welt, denen noch Hoffnung gegeben werden muss, um das mit Harvey Milks Worten auszudrücken! Ein motivierendes Werk nicht nur für Homosexuelle!!

Alexandra – Die Legende einer Sängerin

Die Sängerin Alexandra – deren Todestag sich an diesem 31. Juli zum 40. Mal jährt – ist mir ihrer dunklen, rauchigen, unverwechselbaren Stimme und unvergessenen Hits wie zum Beispiel “Zigeunerjunge”, “Sehnsucht” oder “Mein Freund, der Baum” unsterblich geworden. Doch die im Jahre 1969 tödlich verunglückte Sängerin Alexandra wurde nicht einmal 30 Jahre alt und somit viel zu früh zu einer wahren Legende. Um Ihren Tod ranken sich derweil viele Gerücjte und Verschwörungstheorien: War es nur ein gewöhnlicher Autounfall, bei dem Alexandra und ihre Mutter auf Sylt ums Leben kamen (ihr kleiner Sohn überlebte den Unfall übrigens nahezu unverletzt) oder steckte ein Mordkomplott dahinter? Wer war diese wunderschöne Frau, der als einer der wenigen deutschen Schlagersängerinnen eine weltweite Karriere gelang?

Der Journalist Marc Boettcher wirft mit seinem Buch “Alexandra – Die Legende einer Sängerin” einen Blick hinter die Kulissen des Showbusiness der 60er Jahre und geht den Geheimnissen um Alexandras Leben und Tod auf den Grund. Dabei begegnen dem Leser viele andere Showgrößen aus dieser Epoche, zum Beispiel Udo Jürgens, Adamo, Lou van Burg, Roy Black, Vicky Leandros, Rex Gildo, Fred Weyrich und Hans Beierlein, die die große Alexandra bei ihrem Senkrechtstart in den Schlagerhimmel begleiteten, aber wir erfahren auch etwas über die Einsamkeit, in der sie sich befand, als der Tod sie überraschte.

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Roland Simons
Roland Simons

Hi! Zu Eurem Eintrag "Alexandra - Die Legende einer Sängerin": Der Unfall war nicht auf Sylt! Alexandra wollte mit ihrer Mutter …

Moonwalk. Mein Leben – Michael Jackson

Ob Michael Jackson nun schwul, hetero oder asexuell war, werden wir wohl nie mehr erfahren, denn seit gestern weit der King of Pop nicht mehr auf diesem Planeten. Gerade eben habe ich im Fernsehen noch einmal sein legänderes Konzert der Dangerous-Tour in Bukarest gesehen und das hat mir erst wieder in Erinnerung gebracht, was man durch all die Klatsch- und Tratschgeschichten der Medien schon längt vergessen hatte: Was für ein begnadeter Sänger, Tänzer und Musiker Michael Jackson gewesen ist. Bei seiner Performance passte jede kleinste Bewegung perfekt zur Musik, wie ein Wirbelwind fegte er über die Bühne und tanzte in seiner typischen Mischung aus James Brown, Fred Astaire und eines Roboters.

Wer wissen will, wie Michael Jackson wirklich dachte, der sollte Moonwalk. Mein Leben unbedingt lesen. Es ist zwar bereits aus dem Jahr 1989, aber darin kann man alle Ereignisse bis zu diesem Zeitpunkt aus der Sicht des größten Entertainers aller Zeiten noch einmal nachlesen. Wirklich empfehlenswert!

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Jean
Jean

Hast du noch mehr Inforationen dazu ?