Bildband Raunch

Nach Jahren der Körperrodung sprießen plötzlich an allen möglichen Körperteilen wieder Haare. Nicht nur alte Männer tragen wieder Vollbärte und vielerorts kann Mann wieder Brusthaare aus Hemdausschnitten sprießen sehen, kurze Hosen entblößen struppeligen Beine und im Schwimmbad und am Strand werden haarigen Bäuche zur Schau getragen. Der vorliegende Bildband “Raunch” ist eine Liebeserklärung an haarige Männer. Das Fotobuch präsentiert Fotos von verschiedenen Künstlern und regt die schwule Fantasie an!

Ralf König – Konrad & Paul: Raumstation Sehnsucht

Konrad und Paul sind endlich wieder da! Ralf König verarbeit in seinem neuesten Konrad-und-Paul-Comic mit dem wunderbaren Namen “Raumstation Sehnsucht” viele Motive aus den Dramen von Tennessee Williams, der von vielen auch als der amerikanische Shakespeare bezeichnet wird. Zweifellos war er jedoch der genialste Dramatiker, den Amerika je hervorgebracht hat. So enhält die Geschichte einige Elemente aus Werken wie zum Beispiel “Endstation Sehnsucht”, “Die Glasmegagerie”, “Plötzlich im letzten Sommer” oder “Die tätowierte Rose”.

Neuer Comic von Ralf König – Konrad & Paul: Raumstation Sehnsucht

Doch worum dreht sich die Geschichte des ungleichen Paares Konrad und Paul dieses Mal? Eine Hitzewelle im Mai lässt den Testosteronpegel ansteigen und Paul im Auftrag seiner Mutter auf nach Frankfurt, um seiner Schwester Edeltraut, die mit einem Tier von Mann verheiratet und im neunten Monat schwanger ist, hilfreich zur Seite zu stehen! Wie zu erwarten, passt der polnische Schwager genau in Pauls Beuteraster! Zu gleichen Zeit im heimischen Köln ist Konrad fasziniert von seinem rumänischen Klavierschüler Anton. Der weltfremde Jüngling allerdings interessiert sich mehr für seine Sammlung antiker Likörgläser. Die Grundelemente der Konrad-und-Paul-Comics finden sich also auch in Ramstation Sehnsucht wieder: Auf der einen Seite amüsieren wir uns über Paul mit seiner Vorliebe für grobschlächtige Muskelmänner, andererseites leiden wir mit dem schmächtigem, kultivierten Konrad und seiner Vorliebe für sehr junge Männer. Für einen szenefremden Leser wie mich, der abseits der schwulen Szene ganz spießig in einer kleinstädtigen Doppelhaushälfte lebt, bleiben Ralf Königs Comics eine der letzten Verbindungen zur schwulen Subkultur.

Auch wenn ich sonst kein Comic-Fan bin: Die Gay-Comics von Ralf Köng sind ein Muss für jeden schwulen Mann und eine Bereicherug für jeden Hetero.

Schwuler Comic: Mioki’s Popcorn

Popcorn ist ein erotischer Comic des amerikanischen Comiczeichners Mioki. Der 1949 als Kind tschechischer und deutscher Immigranten in den USA geborene und heute in New Jersey lebende Zeichner, hat sich bereits mit seinen Bestsellern “Side by Side” (die deutsche Ausgabe trägt den Titel “Durch Dick und Dünn”) und “Still Side by Side” eine große Fangemeinde erschaffen.

Licht aus, Spot an: Seite für Seite zeigt Mioki sexy Momentaufnahmen und charmante Begebenheiten. Comic-Fans, die auf der Suche nach heißen Zeichnungen sind, die die Fantasie anregen, sei dieses Werk ans Herz gelegt. Denn Kleidung spielt in diesem Comic überhaupt keine Rolle: Mioki präsentiert junge Männer, die sich auf sage und schreibe 80 Seiten allein, zu zweit oder in der Gruppe in einfallsreichen Sexualstellungen verlustieren.

Andrej Barov – Kein Tag Ohne Sex (Band I)

Dies ist eine Premiere: Eigentlich bin ich ein altmodischer Mensch und lese Bücher in der Regel im Papierformat. Daher verlinke ich in diesem Blog auch für gewöhnlich physische Bücher. Dies ist also mein erster Beitrag über ein digitales Buch.

Andrej Barovs erstes Buch ist Sachbuch, Ratgeber, moderner erotischer Roman und vieles mehr. Der Autor schreibt aus der Sicht eines Homosexuellen über Sexportale, die daraus resultierenden Sexdates und wie es sich auf die Gesellschaft auswirkt. Die Leser erfahren hautnah, wie es zugeht in der großen weiten Welt des Online-Datings. Wie bahne ich ein Sex-Date an? Interessiert sich überhaupt jemand für meine Persönlichkeit? Wie komme ich schnell zum Erfolg? – auf all das findet man hier Antworten. Besonders Frauen wird es interessieren, was Männer wirklich wollen. Gleichzeitig werden sie sich wundern, wie deutlich ein Mann über seine Bedürfnisse reden kann, wenn er sich verstanden fühlt.

Andrej Barov, ein international bekannter Medienkünstler, hat sich zum Ziel gesetzt endlich einen unverschleierten Blick auf das wahre Wesen des Mannes zu ermöglichen, der sich, frei von gesellschaftlichen, historischen und religiösen Einflüssen, so gibt, wie er empfindet. Um das zu schaffen hat er sich aber nicht etwa in Selbsthilfegruppen eingeschlichen, nein, er tauchte ein in die weite Welt der Online-Sexportale, eine Welt der maximalen Verfügbarkeit, in der sich Studienräte als „dauergeile Hengste“ titulieren und Versicherungsvertreter den ultimativen Kick im Gruppensex finden – 24 Stunden, sieben Tage die Woche, völlig anonym.

Barov ist dabei ein aufmerksamer Chronist der vielen Veränderungen, die er selbst durchlebt. Er kämpft um den Erhalt seiner Sprache und verliert. Erst als er nichts mehr auf Höflichkeit und Etikette gibt und sich dem äußerst knappen, derben, mitunter unfreiwillig komischen Stil der anderen User anpasst, hat er wirklich Erfolg. Beginnt man zu lesen, wird einem sofort klar, dass in der Anonymität des Internet tatsächlich alle Hemmungen fallen. Dort hat man es am liebsten, wenn Dinge beim Namen genannt und nicht durch anspruchsvolles Palaver unnötig in die Länge gezogen werden. Die oftmals ernüchternde Direktheit in den Unterhaltungen ist der Tatsache geschuldet, dass die Chats in schwulen Online-Portalen geführt wurden. Wenn Männer mit Männern sprechen gibt es wohl keine Kommunikationsbarrieren.

Doch wer glaubt, im Internet-Chat würde das geschriebene Wort den Ausschlag geben, der irrt. Barov erfährt die Allmacht der Bilder am eigenen Leib. Während seines Projektes arbeitet er sich vom Nobody zur Nr. 25 der „heißesten User“ hoch, mit eiserner Disziplin und hartem Training. Jetzt erst hat er den Schlüssel um überhaupt Dialoge gezielt beginnen zu können.

Mit der Neugierde und Sensibilität eines Künstlers beobachtet, beschreibt und analysiert Barov Marktmechanismen, Verhaltensmuster und Sprachcodes, die sich in der kurzen Zeit, in der diese Form der Kontakt-Börse überhaupt besteht, herausgebildet haben. Ungeschönt schildert er die Sexsuche in Zeiten der Selbstoptimierung, zeigt Liebessüchtige zwischen Überfluss und Überdruss, aber auch Momente großer Nähe und Sympathie.

Barov wendet sich mit diesem Projekt explizit an alle Männer und Frauen, die schon lange versuchen, ihr jeweiliges Gegenüber besser zu verstehen. Er ist unser Expeditionsleiter in für viele noch unbekannte Gefilde. Über sechs Jahre hat er in Online-Portalen recherchiert und dabei mit mehr als 2.500 Männern gechattet. Er war 25.173 Stunden online und hat 280 Selbstportraits inszeniert um seinen Marktwert und somit seine Chance auf längere Unterhaltungen zu steigern. Im zweiten Teil des Buches sind 365 ausgewählte, anonymisierte Originalchats wiedergegeben und der Leser kann ungeniert dabei sein, wenn Man(n) zur Sache kommt. Anders aber als soziologische Wissenschaftler, die entweder Abbrechen, wenn es interessant wird oder Ihr Wissen durch Interviews in zweiter Hand gewinnen müssen hat Andrej Barov es nicht beim virtuellen Kontakt belassen. Er hat bei über 287 Verabredungen im Real-Life einen genauen Blick hinter die Online-Fassade geworfen.

Adolf Brand – Die Wegwalt-Drucke

Um die Jahreswende 1913/14, also vor genau 100 Jahren, legte Herausgeber Adolf Brand, Begründer und Verleger der Zeitschrift Der Eigene, in rascher Folge als Wegwalt-Drucke sieben Hefte mit Nachdrucken historischer und zeitgenössischer Texte vor. Bei diesem Buch handelt es sich um einen Reprint der von Adolf Brand herausgegebenen Wegwalt-Drucke Nr. 1-7 mit einer Vorbemerkung von Marita Keilson-Lauritz.

– PETER HAMECHER, Bild und Traum
– BENJAMIN [F. Lechleitner], Pfingstnacht
– KARL H. ULRICHS, Manor
– A. RÖMER, Die Handschrift des Avicenna
– CAESAREON, Brief an eine Mutter
– MICHELANGELO, An Tommaso Cavalieri – Die Wiedergeburt der Freundesliebe (Programm und Satzung der Gemeinschaft der Eigenen)

Herman Bang – Hoffnungslose Geschlechter

Herman Joachim Bang (1857-1912) war ein dänischer Schriftsteller und Journalist. Er schrieb seinen Debutroman “Hoffnungslose Geschlechter” im jungen Alter von 23 Jahren, und sowohl sein Held William Hög als auch dessen dekadenter Freund Bernhard Hoff tragen autobiografische Züge. Das Werk wurde – genau wie sein Verfasser – sehr kontrovers diskutiert. Herman Bang lebte das Leben eines Dandys, inszenierte sich als Gesamtkunstwerk und zeigte seine homosexuellen Neigungen in aller Öffentlichkeit, was ihm manche Anfeindungen und Isolation in Dänemark eintrug. Kein Wunder, dass “Haabløse Slægter” so der Originaltitel von “Hoffnungslose Geschlechter” einen Skandal erregte und wegen “Unsittlichkeit sogar beschlagnahmt wurde. In seiner weiteren künstlerischen Entwicklung wurde Herman Bang übrigens zum Schöpfer des dänischen Impressionismus und der Repräsentant der dänischen Dekadenz. Herman Bang schilderte meisterhaft das Leben “unbedeutender” Menschen sowie einsamer und isolierter Frauengestalten.

Doch worum geht es in dem hier vorliegenden Buch? William, ein sehr dunkler Junge, fast wie ein Zigeuner, ist der letzte Spross einer alten, berühmten Familie, doch schon sein Vater hatte durch sinnliche Ausschweifungen seine Gesundheit ruiniert und war früh in Wahnsinn und Drogensucht gestorben. Als William erkennt, dass ihm ein bürgerliches Leben nicht gelingt, ermutigt ihn Hoff, das künstlerische Schattenreich als Rückzugsort zu wählen. Damit ist William der literarische Ahnherr von Thomas Manns Hanno Buddenbrook und auch von Heinrich Manns Professor Unrat. Seine Zeitgenossen empfanden bereits die realistische Darstellung gesellschaftlichen Verfalls als Provokation, aber mehr noch die mitschwingende Behauptung von Unausweichlichkeit. Denn wie sagt der Dorfarzt: Diese Linie ist fertig.

Dass William Hög eine Liebesaffäre mit der ehemaligen Geliebten seines Vaters beginnt, lieferte den Vorwand für ein Verbot des Romans. Wie fünfzehn Jahre später im Prozess gegen Oscar Wilde war es auch hier wohl nur das Wissen um die Homosexualität des Autors, das den harmlosen Schilderungen ihre unmoralischen Interpretationen hinzufügte.

In Deutschland erschien 1900 die Übersetzung der gekürzten und überarbeiteten 2. Auflage des Romans, nachdem Bang hierzulande durch den Roman “Am Wege” schlagartig bekannt und beliebt geworden war. Mit dieser Neuübersetzung der ungekürzten Erstfassung legen wir Bangs Debut nun erstmals vollständig in deutscher Sprache vor. Bangs letzter, in deutscher Sprache seit langem vergriffener Roman Michael erschien bereits 2012 in der Bibliothek rosa Winkel.

Kevin Clarke: Beards – An Unshaved History

Seit Anbeginn der Menschheit hat jeder Aspekt der Gesichtsbehaarung seine eigene, besondere Bedeutung gehabt: Die Art und Weise, wie ein Mann seinen Bart rasiert, war damals wie heute ein Zeichen für die Art, wie er sich selbst sieht – und wie er von anderen gesehen wurde.

Der Der deutsch-irische Publizist und Autor Dr. Kevin Clarke – Chefredakteur der Zeitschrift Männer und bekannt durch seinen Bestseller Porn: From Warhol to X-Tube: Die Geschichte des schwulen Pornos – erzählt in seinem neuen Buch “Beards – An Unshaved History” die schwule Geschichte der Bärte. Von historischen Ausflüge zur Gesichtsbehaarung der antiken Griechen und Römern, über die Bärte der Clones in den Siebzigern und deren Rückkehr in den letzten Jahren enthält der Band zahlreiche Interviews und Infos rund um das Thema Bart. Illustriert ist das Buch mit Bildstrecken zahlreicher Fotografen, die zeigen, wie erotisch Männerbärte sein können.

“Beards – An Unshaved History” ist ein informatives und sehr unterhaltsames Fotobuch für alle Liebhaber haariger Männergesichter!

Schwules Wissen: 333 Antworten auf ungestellte Fragen

Dieses Buch reiht sich erfolgreich in den Reigen von Veröffentlichungen zum Thema “unnützes Wissen” ein: Axel Schock – laut seines Twitter-Profils Journalist, Autor, Berliner, Kinogänger, Leser und Mann mit einem Faible für unnützes Wissen – hat auf 80 Seiten sage und schreibe 333 Antworten auf ungestellte Fragen zum Thema Homosexualität zusammengestellt. Und somit gibt es endlich auch eine eigene Sammlung an unnützem Wissen für den schwulen Mann, mit dem er jeden langweiligen Party-Smalltalk retten kann.

Oder wussten Sie bereits, dass Zoologen bei über 1.500 Tierarten schwules Verhalten festgestellt haben? War Ihnen bewusst, dass 10% der Meerschweinchen und sogar 30% aller Seepferdchen als homosexuell gelten? Falls nicht, dann finden Sie in diesem Buch all die Antworten auf Fragen, die sich kaum ein Mensch zuvor gestellt hat. Die Lektüre bringt viele sehr lustige Dinge ans Tageslicht, die den Leser zum Schmunzeln einladen.

Sie suchen noch ein schwules Weihnachtsgeschenk? Dann ist dieses Buch aus dem Bruno-Gmünder-Verlag genau das richtige.

queer.macht.politik: Schauplätze gesellschaftlicher Veränderung

Der Verlag schreibt zu dem Buch mit dem klangvollen Titel “queer.macht.politik: Schauplätze gesellschaftlicher Veränderung”: Die zentralen Forderungen der Schwulen- und Lesbenbewegung der letzten 30 Jahren sind bald erfüllt, doch das Ende einer emanzipatorischen Politik bedeutet das nicht. Queere Politikansätze wollen die Hegemonie der Heterosexualität unterlaufen und den Spielraum nicht-heterosexueller Praxen erweitern.

Die Herausgeber_Innen dieses Bandes – Bodo Niendel, Klaus Lederer und Barbara Höll – agieren vor allem auf der Ebene der Parlamente. Sie kümmern sich um den gesetzlichen Rahmen, die Finanzierung von Projekten oder bspw. Die “Initiative für Selbstbestimmung und die Akzeptanz sexueller Vielfalt” in Berlin. Parlamentarische Arbeit kann jedoch nur erfolgreich sein, wenn Handlungsfelder an der Basis eröffnet und erweitert werden, wenn sich im Bewusstsein der Mehrheiten etwas ändert. Davon berichten die Beiträge dieses Buchs. Sie zeigen, wie individuelles Engagement und organisierte Politik Hand in Hand gehen und formulieren in ihrer Summe das Programm emanzipatorischer Politik von morgen. Das Buch ist kartoniert und mit einem Geleitvort von Petra Pau sowie zahlreichen Comics und Illustrationen versehen.

Bildband: Catalina – the Vintage Years

Catalina: the Vintage Years ist mehr als nur Gay-Porno: Der umfangreiche Bildband stellt das goldene Zeitalter des Schwulenpornos vor! Das legendäre Pornostudio Catalina wurde im Jahr 1978 von Regisseur und Produzent William Higgins gegründet und brachte einige der Kronjuwelen unter den Gay Pornos heraus. Zu den bekanntesten Catalina-Filmen zählen unter anderem In Hot Pursuit, The Switch Is On, The Look and Powertool. Diese wichtige Tür öffnete sich in den 70er, 80er, und 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts und machte viele Catalina-Darsteller zu Ikonen – ganz besonders Jeff Stryker, der auf der Titelseite abgebildet ist. Aber hier sind auch unvergesslichen Aufnahmen von Gianfranco, Tim Lowe, William Higgins, Ray Harley und vielen weiteren Pornostars aus dem Hause Catalina zu bewundern. Die Fotos in diesem Bildband dokumentieren eine vergangene Welt der grenzenlosen sexuellen Freiheit.

Garniert werden die Fotos mit Interviews des aufsehenerregenden Pornoregisseurs Chi Chi LaRue, welche dem Buch mehr als nur ein wenig Unterhaltung, sondern viele wichtige Fakten für den Leser hinzufügen. Gebunden mit Schutzumschlag, 21,5 x 28,5 cm, durchgehend farbig,
112 Seiten.