Wer nach Thailand reist, wird früher oder später mit Strichern oder Prostituierten konfrontiert werden. Was viele Europäer nicht wissen: Prostitution hat in Thailand bereits eine lange Geschichte und entstand nicht erst durch das Aufkeimen des Massentourismus. Egal ob Männlein oder Weiblein – Sex ist für viele Thailänder häufig die einzige Möglichkeit, Geld zu verdienen. An den unzähligen Werbern vor den Bordellen oder Taxifahrern, die Provisionen kassieren, wenn Sie Fahrgäste bei einem Bordell absetzen, kommt man in Thailand, vor allem in Bangkok, nicht vorbei. Häufig kommt es sogar vor, dass Taxi-Fahrer oder Tuk-Tuk-Fahrer gleich ihren eigenen Körper zum Sex anbieten – “Make boom-boom” heißt das dann.
Wer daraus schließt, dass große Teile der thailändischen Männer schwul sind, täuscht sich jedoch. Die meisten Männer in der Homosexuellenszene sind eben so wenig homosexuell, wie die Mädchen in Bars nymphoman sind. Für die meisten thailändischen Jungs ist Sex ein Beruf, eine Tätigkeit, mit der man Geld verdienen kann. In dem Buch Auch Somchai hat seine Farang: Eine Geschichte über das Leben in Thailand von Gad Labudda wird der Werdegang eines beruflichen Homosexuellen und der Beginn seiner Laufbahn beschrieben. Ein sehr interessanter Einblick in das Leben eines thailändischen Strichjungen der viele europäischen Sextouristen die Augen öffnen sollte.
Der Autor Dr. G.M. Gad Labudda, geboren am 7. Februar 1942 in Danzig, hat Psychologie studiert und lebte knapp 20 Jahren in Thailand, wo er zunächst im Reisegewerbe und als Hochschuldozent tätig war. Er sammelte Erfahrungen in Bangkok, Surin, Kamphaeng Saen und Pattaya