Der Roman Karan
von Sonju DiCarmen erzählt von einem jungen Halbinder/Halbengländer namens Karan, der bei seiner aufreibenden Jobsuche in London auf den charismatischen Dev trifft. Selbstverständlich ahnt Karan nicht, dass es sich bei diesem um den schüchternen Sohn des Besitzers des Jadoo-Theaters handelt, bei dem er sich am nächsten Tag – erfolgreich – vorstellen möchte.
Zwar plant Dev, in wenigen Tagen nach Indien zu fliegen, um seine Familie nachzuholen, doch nichtsdestotrotz lädt Karan ihn ein, bei ihm zu übernachten. Dabei verliebt sich Karan in Dev, und obwohl er sich geschworen hat, es Dev niemals zu sagen, ist es dem unglücklichen jungen Mann an diesem Abend nicht mehr möglich, seine Gefühle für Dev zu verstecken. Karan gesteht seinem Angebeteten seine Homosexualität und beichtet ihm sogar, dass er sich zu ihm hingezogen fühlt. Dev beschließt überraschender Weise, Karan sein „erstes Mal“ zu schenken, stellt aber dabei klar, dass er verheiratet ist und sie nur diese eine Nacht miteinander haben werden. Doch natürlich kommt alles ganz anders: Die beiden Männern verlieben sich ineinander. Aus unterschiedlichen Gründen stehen jedoch beide nicht zu ihren Gefühlen, so dass sie am nächsten Tag schweren Herzens voneinander Abschied nehmen mit der Absicht, in Zukunft bei der gemeinsamen Arbeit im Theater Freunde zu sein.
Das Buch Karan zeigt dem Leser, dass Homosexualität nicht immer nur die Gier nach schnellem Sex ist, sondern es erzählt sehr eindrucksvoll und gefühlvoll die Verwirklichung der eigenen Liebeswelt bzw.- vorstellung.
So interessant wie die Geschichte dieses schwulen Romans klingt auch der Lebenslauf der Autorin Sonju DiCarmen: Diese wurde 1976 in der Nibelungenstadt Wormsgeboren und arbeitet zur Zeit als Handelsfachwirtin im Bereich BWL & Insolvenzen. Sie machte einen Abschluss im Bereich Business-Sprachen an der LCCI London und kann berufliche Einsätze als Assistentin im Exportgeschäft vorweisen. Außerdem arbeitete sie fast acht Jahre lang in einem Vollzeitjob als Prokuristin und leitete nebenbei ihr eigenes Wellness-Studio. Den Roman schrieb sie als Ausgleich zu ihrem von Zahlen dominierten Leben.