http://www.gay-parship.de

Archive forSchwules Zeitgeschehen

Und alles nur, weil Josef schwul war - Gray Jolliffe

Falls noch jemand auf die Schnelle ein passendes schwules Weihnachtsgeschenk sucht: Und alles nur, weil Josef schwul war. Die ganz andere Weihnachtsgeschichteist ein bitterböser Weihnachtscomic von Gray Jolliffe. Blasphemisch, aber nicht gotteslästerlich, unterhaltsam, aber nicht derb, jedoch auch nicht zu vorsichtig – geht das? Und ob das geht. Jolliffe, Autor des Erfolgscomics “Sein bester Freund”, präsentiert einen herzerfrischend respektlosen Weihnachtscomic: die überraschende Wahrheit über einen schwulen Schreiner, seine Frau Maria und das große Wunder der unbefleckten Empfängnis.

Kommentare

Harvey Milk - Ein Leben für die Community

Jeder kennt wahrscheinlich den Film Milk, mit Oscar-Gewinner Sean Penn in der Rolle des schwulen Politikers Harvey Milk. Nach dem ich den Film über Harvey Milk gesehen hatte, habe ich mir dieses Buch gekauft und es auf keinen Fall bereut! Das Buch beinhaltet nicht nur eine sehr detailierte Biographie des schwulen Politikers, sondern im hinteren Teil des Buches Harvey Milk - Ein Leben für die Communityfindet man Harvey Milk’s politisches Testament und seine wichtigsten Reden, wie z. B. auch die berühmteHoffnungsansprache!

Dieses Buch ist wirklich sehr zu empfehlen, besonders weil es fantastische Einblicke in eine für Homosexuelle äußerst schwierige Zeit gibt. Zudem gewährt das Buch auch eine Menge psychologischer Einblicke: So wird beispielsweise erklärt, wieso Harvey Milk von Dan White ermordert wurde. Durch seine jahrelangen Recherchen und seinen Enthusiasmus hat der Jopurnalist Randy Shilts wirklich ein sehr außergewöhnliches Werk geschaffen, welches auch gleichzeitig als Vorlage für das Drehbuch des Kinofilms “MILK” diente. Der Oskar für das beste Drehbuch ist also diesem wirklich erstaunlichen Buch zu verdanken! Besonders empfehlenswert für alle Homosexuellen Menschen auf dieser Welt, denen noch Hoffnung gegeben werden muss, um das mit Harvey Milks Worten auszudrücken! Ein motivierendes Werk nicht nur für Homosexuelle!!

Kommentare

Homosexualität in der DDR

Die Epoche der DDR war nach 41 Jahren ein abgeschlossenes Kapitel. Und obwohl der Fall der Mauer sich in diesem Jahr auch bereits zum 20. Mal jährt, ist die Geschichte der Homosexuellen in der DDR noch nicht niedergeschrieben worden. Das Buch Homosexualität in der DDR. Materialien und Meinungen bietet nun Materialien und Meinungen zu diesem Thema: Bert Thinius schildert in seinem Buch Erfahrungen schwuler Männer in der DDR, Olaf Brühl hat eine subjektive Chronologie des Diskurses über männliche Homosexualität in Ostdeutschland zusammengestellt und Florian Mildenberger schildert die Metamorphosen eines in der DDR und in der BRD-neu hoch geehrten Wissenschaftlers: Günter Dörner (”Ratten-Dörner”). Besonders interessant zu wissen: Die Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik interessierte sich nicht erst in den 80er Jahren für die Homosexuellen, sondern machte sich schon in den 50er und 60er Jahren Gedanken darüber, welche “Typen von Homosexuellen” nachrichtendienstlich von Interesse waren.

Kommentare

Schwule Nazis und der Rechtsruck in Gesellschaft und schwuler Szene

Man(n) sollte glauben, dass so etwas nicht möglich wäre, doch es gibt sie tatsächlich: Schwule Nazis. Und damit meine ich keine rechten Klemmschwestern, sondern gestandene Nazis, die offen zu ihrer Homosexualität stehen, auch wenn ihresgleichen im Dritten Reich von den Naziverbrechern gejagt, ins KZ gesperrt und ermordet wurden.

Das Buch Schwule Nazis und der Rechtsruck in Gesellschaft und schwuler Szenevon Jörg Fischer dokumentiert das Verhältnis zwischen Rechtsextremismus und männlicher Homosexualität. Ein genauso widersprüchliches wie heikles Thema, denn Schwule waren und sind schließlich Opfer, sie gehören zu den Opfergruppen des Faschismus und von Neonazis. Doch dies ist nicht alles: Sowohl im historischen Nationalsozialismus als auch in der gegenwärtigen Neonazi-Szene findet man viele aktive Schwule, und der Hang zum Fetisch “NS-Symbole” innerhalb bestimmter Bereiche der schwulen Szene scheint nicht immer “nur” sexuell motiviert zu sein. Das alles findet nicht im luftleeren Raum statt. Auch innerhalb der schwulen Szene, insbesondere bei Medien und Verbandsfunktionären, ist nach der Phase der Entpolitisierung nunmehr ein verstärkter Rechtsruck zu beobachten, rassistische Vorurteile und Minderheitenfeindlichkeit sind auch hier anzufinden, werden teilweise von Vertretern von Teilen der schwulen Szene offen propagiert.

Kommentare

Schwule Orte. 150 berühmt-berüchtigte Schauplätze

Nein, dies ist kein Klappen- und Cruising-Führer. Das Buch Schwule Orte. 150 berühmt-berüchtigte Schauplätze berichtet nämlich über vieles mehr: Dieses Buch ist ein wahres Füllhorn an Liebesnestern, Lasterhöhlen, letzte Ruhe- und berühmte Wohnstätten, Drehorte von Filmen und Schauplätze von Morden, Skandalen und anderen geschichtsträchtigen schwulen Ereignissen. Der Autor Axel Schock hat 150 solcher „schwuler” Orte in Deutschland, Österreich und der Schweiz aufgespürt und recherchiert und dazu 150 äußerst bemerkenswerte Geschichten zu schwuler Geschichte und schwulen Persönlichkeiten gefunden, die von Ludwig II. und Franz Schubert über Rex Gildo und Rio Reiser bis Thomas Mann und Hubert Fichte reichen. Wer also schon immer wissen wollte, wo der Film „Sommersturm” gedreht, legendäre Schwulenpartys zu Wasser und ein prominenter Geburtstag auf einer Klappe gefeiert wurde, wird in diesem Buch mit Sicherheit fündig werden. Nebenbei erfährt der neugierige Leser auch noch, warum neben Schlössern und Burgen, Luxusvillen und Denkmälern auch eine Pommesbude, eine H&M-Filiale in Berlin und ein Kaufhaus in Augsburg, und sogar ein komplettes österreichisches Dorf zu diesen ausgewählten schwulen Orten gehören. All dies und viele weitere schwule Geheimnisse verrät dieser ganz andere Reiseführer. Ein wirklich unterhaltsamer schwuler Lesespaß für zwischendurch.

Kommentare

Homosexuelle Männer im KZ Sachsenhausen

Wer sich für Situation von Schwulen im KZ interessiert, dem kann ich dieses Buch wirklich nur wärmstens empfehlen. Auch wenn die in diesem Buch geschilderten Schicksale schwuler Männer im dritten Reich traurig und wahr sind, bleiben die Autoren Joachim Müller und Andreas Sternweiler dabei aber immer nüchtern und sachlich. Das Buch Homosexuelle Männer im KZ Sachsenhausenversucht eine chronologische Darstellung der Situation im KZ Sachsenhausen wiederzugeben. Belegt wird dies durch Einzelschicksale. Dadurch bekommen die Opfer nicht nur ein Gesicht, sondern auch einen Namen. Die Berichte sind wirklich sehr bewegend und wirken lange nach. Das Buch macht die Sonderstellung der Homosexuellen in der Lagerhierarchie deutlich und geht auch auf die Sonderbehandlung durch die SS ausführlich ein.

Mit Erstaunen stellte ich allerdings auch fest, dass es bis 1939 anscheinend durchaus noch ein Entkommen aus dem Konzentrationslager gab. Erst Ende 1939 jedoch wurde der Aufenthalt im KZ jedoch zur Hölle auf Erden. Dem einen oder anderen Leser werden sicherlich unweigerlich die Tränen wegen der Unfassbarkeit der dort geschehenen Dinge, die denen der Juden mit Sicherheit in nichts nachstehen, in den Augen stehen …

Das Buch kann den Leser außerdem auch auf einen Besuch der KZ Gedenkstätte gut vorbereiten. Vor Ort fallen einem dann unweigerlich der ein oder andere Bericht wieder ein, worauf man aber auch sehr angewiesen ist, denn die Infotafeln der KZ Gedenkstätte halten sich in Bezug auf die Verfolgung Homosexueller immer noch sehr zurück bzw. sind noch arg von sozialistischen Sichtweisen geprägt.

Wer daraufhin auch am Alltag der Homosexuellen im Dritten Reich vor ihrer Verhaftung interessiert ist, sollte sich auch das Buch “Wegen der zu erwartenden hohen Strafe . . .” ansehen.

Kommentare