Dies ist bereits die zweite Karl-Lagerfeld-Biografie innerhalb weniger Monate: 15 Jahre lang hat Arnaud Maillard im Dienste des Modemachers Karl Lagerfeld gestanden: Arnaud Maillard fing in der Pressestelle des Modezaren an und entwickelte sich zu einem seiner engsten Mitarbeiter. Nachdem er nun jedoch gekündigt hat, berichtet er ausführlich über sein gespaltenes Verhältnis zu seinem ehemaligen Chef
In “Karl Lagerfeld und ich” berichtet Arnaud Maillard genüsslich über die Fresssucht und den darauf folgenden Magerwahn Karl Lagerfelds. Dass Karl Lagerfeld jemals wieder mit seinem ehemaligen Mitarbeiter sprechen wird, ist höchst unwahrscheinlich. Karl Lagerfeld habe sich durch die Kündigung seines Assistenten verraten gefühlt und einen Ton angeschlagen, den er bis dahin nicht an ihm gekannt habe: „Was glaubst du eigentlich? Keiner wird dich mehr nehmen“, habe er seinem langjährigen Diener am Telefon gedroht. „Es ist vorbei. Ruf’ mich nicht mehr an. Du wirst sehen, was passiert.“
Trotzdem schreibt Maillard in seinem Buch Karl Lagerfeld und ich: 15 Jahre an der Seite des Modezarenbeinahe liebevoll über seinen ehemaligen Meister: Mit Lagerfeld zu arbeiten sei einzigartig für ihn gewesen, stellt der Franzose fest und erzählt, dass der begnadete Modemacher viel zu höflich und anspruchsvoll sei, um jemals die Beherrschung über sichzu verlieren. Niemals würde er sich „zu Zorn, zu Beleidigungen oder zu Hysterie hinreißen lassen“. Allerdings, so Maillard, könne er sich nicht daran erinnern, dass Karl Lagerfeld in all der Zeit auch nur einmal ausgelassen gelacht habe.