Gay Online Dating: Das ultimative Handbuch fürs schwule Chatten, Verabreden und Bloggen

Auch wenn uns die CDU – allen voran unsere Kanzlerin Angela Merkel – weismachen möchte, dass das Internet für alle Neuland wäre: Die schwulen Männer sind in Sachen Internet und Social Networks schon seit über 10 Jahren ganz vorne dabei. Lange vor Facebook, StudiVZ & Co. knüpften Homosexuelle über Online-Chats und Foren Kontakte über das Internet. Schon bevor das Internet zum Massenmedium wurde, fanden schwule Männer Sex-Kontakte, Freunde und Partner fürs Leben im Internet. Der Autor dieser Zeilen hatte bereits vor 13 Jahren seinen heutigen Ehemann in einem kleinen Gay-Chat kennengelernt.

Seit Jahren schon sind Gayroyal und Gayromeo die Stammhirsche unter den Gay Social Networks. Mit dem Siegeszg der Smartphones kamen zwar neue schwule Apps wie Grindr, Growlr oder Scruff hinzu – allerdings haben sich diese Communities bis heute nicht so richtig in Deutschland durchsetzen können. Der deutsche Durchschnittsschwule sucht sein nächstes Date doch lieber noch bei Gayroyal oder Gayromeo. Trotzdem kann man festhalten, dass die schwulen Chat- und Dating-Portale im Internet Möglichkeiten der (Sex-) Partnersuche enorm erweitert haben. Und wer die Regeln beim Online-Dating beherrscht, erzielt eine erstaunlich hohe Trefferquote. Hunderttausende Profile schwuler Männer warten darauf, entdeckt zu werden. Das Handbuch “Gay Online Dating: Das ultimative Handbuch fürs schwule Chatten, Verabreden und Bloggen” verrät, wie ein schwuler Mann mit wenigen Mausklicks zu seiner nächsten Verabredung kommt und das Internet für die Partnersuche effektiv nutzt. Das Buch stellt verschiedene Gay-Dating-Portale vor, gibt nützliche Ratschläge zum Anlegen von Online-Profilen und erläutert, wie man so genannte Faker erkennt und sich vor ihnen schützt. Doch das Buch richtet sich nicht an Männer, für die das schwule Internet tatsächlich noch Neuland ist: Auch fortgeschrittene Online-Dater können hier noch etwas neues Lernen. So erfahren sie, wie man mit einer eigenen Homepage oder einem Weblog noch mehr Männer auf mich aufmerksam machen kann oder wie Mann kostbare Zeit bei Chat und Internet-Dating spart. Und obendrauf erhält der Leser noch Gutscheincodes für befristete Premium-Upgrades, so dass man das angelesene Wissen gleich bei den wichtigsten Gay-Online-Portalen in die Praxis umsetzen kann.

Florian Hoffarth: Queer Dating: Eine kontrastive Untersuchung von Kontaktanzeigen in Online-Magazinen für Schwule und Lesben [Ungekürzte Ausgabe]

Die Partnersuche per Kontaktanzeigen ist unter Homosexuellen schon seit langem sehr beliebt, was aufgrund der Tatsache, zu einer gesellschaftlichen Minderheit zu gehören, nicht weiter verwunderlich ist. Mit dem Aufkommen der neuen Medien hat sich das Nutzungsverhalten von Kontaktanzeigen nochmals deutlich verändert. Doch mit welchen sprachlichen Mitteln nutzen Schwule und Lesben das Internet und welche neuen Strategien zur Konstruktion und Dekonstruktion von Identität haben sich durch die neuen Medien und die neuen Formen des Online-Dating herausgebildet? Gibt es Unterschiede in der sprachlichen Nutzung der Online-Kontaktanzeigen zwischen Schwulen und Leseben? Wo lassen sich neue Erkenntnisse für Übereinstimmungen zwischen diesen beiden Gruppen finden?

An diesen Punkten setzt Florian Hoffarths Untersuchung an: Queer Dating ist ein sprachwissenschaftlicher Vergleich von Kontaktanzeigen, die in Online-Magazinen für Schwule und Lesben erschienen sind. Mit der fundierten sprachlichen Untersuchung von 100 Kontaktanzeigen liefert Florian Hoffarth interessante Aufschlüsse über die Vertextungsstrategien schwuler und lesbischer Kontaktsuchender. In dieser Arbeit gelingt es Florian Hoffarth zu zeigen, dass es deutliche Unterschiede aber auch Gemeinsamkeiten in der Formulierungsweise beider Gruppen und in der Artikulation ihres „Begehrens“ gibt. Zudem geht der Autor der Frage nach, ob und auf welche Weise Schwule und Lesben durch ihre Sprachverwendung in diesen Anzeigen spezifische Geschlechts- bzw. „Gender“-Identitäten konstruieren. Für Studierende der Gender Studies bietet diese vertiefte Untersuchung sicher außerordentlich intensive Einblicke in die Bereiche Sprache und Identitätskonstruktion. Aber auch für nicht wissenschaftlich Interessierte ist die Lektüre dieser Arbeit sehr aufschlussreich, da die Untersuchung und ihre Resultate einen Lebensbereich betreffen, der sehr nah dran ist an den schwulen und lesbischen Erfahrungen und ihrer Praxis im beginnenden 21. Jahrhundert.