André Aciman – Ruf mich bei deinem Namen

In seinem Roman „Ruf mich bei deinem Namen“ erzählt André Aciman in einer poetischen und gefühlvollen Weise die Liebesgeschichte zwischen den beiden Protagonisten Elio und Oliver. Elio ist 17 Jahre alt und ein sehr gut erzogener und gebildeter Sohn eines Professors. Im Haus seiner liberalen Eltern trifft er seine erste große Liebe: Oliver. Oliver ist im Sommer für einige Wochen bei Elios Familie in deren Haus in Italien zu Gast. Der Harvard-Absolvent will hier sein Buch über Heraklit beenden. Schon bald entwickelt sich zwischen den Beiden ein Hin und Her zwischen vorsichtiger Annäherung und Distanz, zwischen Verführung und Zurückweisung. In einem intensiven und ereignisreichen Sommer zwischen Obsession und Furcht, Verlangen und Verzweiflung suchen zwei Menschen nach dem Augenblick der absoluten Erfüllung.

Mit „Ruf mich bei deinem Namen“ ist André Aciman ein wundervoller Roman gelungen, für den sich nicht nur Liebhaber der homoerotischen Literatur begeistern können. In feinsinnigen Worten und sprachmächtigen Bildern erzählt André Aciman die Erlebnisse seiner beiden Figuren, die sich erst selber ihrer schwulen Liebe nicht sicher sind. Umso großartiger und eindrucksvoller ist es für den Leser mitzuerleben, wie sich diese Liebe langsam entfaltet.

André Aciman ist 1951 in Alexandria geboren worden und studierte Komparatistik in Harvard. Als Romancier und Essayist ist er international gefeiert; gleichzeitig hat sich Aciman viel Ruhm als Dozent für Vergleichende Literaturwissenschaft erworben und gehört zu den führenden Proust-Experten. Zudem schreibt er für verschiedene New Yorker Zeitungen. In deutscher Sprache liegen seine autobiografischen Bücher ‘Damals in Alexandria’ sowie ‘Hauptstädte der Erinnerung’ vor. André Aciman lebt mit seiner Familie in New York.

Perihan Magden – Ali und Ramazan

Die türkische Schriftstellerin Perihan Magden erzählt die Geschichte der beiden Jungen Ali und Ramazan, die gemeinsam in einem Waisenhaus in Istanbul aufwachsen. Aus der ersten, spontanen Zuneigung entwickelt sich langsam eine Liebe, die sehr viele zärtliche, aber auch einige grausame Aspekte hat, denn die Jungen werden dort mit einigen Zumutungen konfrontiert. Als die Beiden 18 Jahre alt sind, werden sie in eine ungewisse Zukunft entlassen. Zwar gibt die Liebe ihnen Kraft, doch der Traum vom Glück währt nicht lange. So sorgt Ramazan zwar für den Unterhalt der Beiden, wendet sich jedoch dem Strichermilieu zu, während Ali seine Eifersucht mit Drogen und dem Schnüffeln von Lösungsmitteln betäubt.

Perihan Magden erzählt diese schwule Liebesgeschichte in einfühlsamen Worten und in wunderschönen, aber auch traurigen Bildern. Der Roman basiert auf einer wahren Begebenheit und gibt tiefe Einblicke in die Hürden und Hindernisse, die homosexuelle Männer auch heute noch in traditionell und religiös geprägten Gegenden zu überwinden haben. Dabei gelingt es Perihan Magden, viel Verständnis für die Leiden seiner Figuren zu wecken, ohne oberflächliche Vorurteile und Ressentiments zu wecken. Perihan Magden wurde 1960 in Istanbul geboren und gilt als eine der wichtigsten Schriftstellerinnen jüngeren türkischen Literatur. Mit ihren Kolumnen in der Zeitung „Radikal“, die sehr kontroverse Diskussionen auslösten, wurde sie erstmal einem breiteren Publikum bekannt. Perihan Magden ist Absolventin der Bosporus-Universität, wo sie Psychologie studierte. Zudem ist sie Mitglied des englischen Schriftsellerverbandes PEN. Als freie Autorin lebt sich nach wie vor zusammen mit ihrer Tochter in der türkischen Metropole Istanbul.