Lisa Kuppler (Hrsg.): Queer Crime: Lesbisch-schwule Krimigeschichten

In „Queer Crime: Lesbisch-schwule Krimigeschichten“ erzählen 14 Autorinnen und Autoren spannende, alltägliche und spektakuläre Geschichten aus Berlin, New York, München, Hollywood, Sidney und vielen anderen Städten. Dabei geht es schonungslos und mörderisch zu – denn in diesen Geschichten wird getötet und gestorben. Während sich eine Story um eine tödlich besitzergreifende lesbische Assistentin einer amerikanischen Starschauspielerin rankt, werden in einer anderen Erzählung in der Münchener City subtil Mieterinnen und Mieter ermordet, so dass die so begehrten Wohnungen an Freunde und Bekannte weiter gereicht werden können. In einer weiteren Geschichte muss eine Kommissarin in der schwulen S/M-Szene ermitteln, und für den sexuellen Kick fällt ein Schwuler nach dem anderen unter den Messerstichen zu Boden. Und dann wäre da noch die Hamburger Kommissarin, die bis in ein dänisches Frauenlandhaus rast und selbst dort das Ermitteln noch nicht lassen kann.

Lisa Kuppler ist eine erfahrene Herausgeberin, Lektorin und Übersetzerin und versammelt in „Queer Crime: Lesbisch-schwule Krimigeschichten“ das beste, was die queere Szene im Bereich zeitgenössischen Krimis zu bieten hat. Ob Mord durch Cunnilingus, Samenraub im Darkroom, schwule Serienkiller und lesbische Kommissarinnen oder schwangere Drag Kings und lesbenmordende Transsexuelle – diese Krimis schöpfen auf jeden Fall aus dem Vollen und schaffen eine feine Verbindung aus einer realistischen Spiegelung des queeren Alltags und reichhaltiger Phantasie. Einerseits sind sie so sehr nah den Lebenswirklichkeiten der Schwulen und Lesben, andererseits begeistern die Erzählungen durch faszinierende Figurenführung, eigenwillige Sprachstile und psychologischen Tiefgang, so dass auch anspruchsvolle Literaturliebhaber auf ihre Kosten kommen. Durch Lisa Kupplers exzellente herausgeberische Arbeit bildet „Queer Crime“ eine interessante Spannbreite lesbisch-schwuler Populärkultur ab.

Gay and the City – Ethan Mordden

Der Titel dieses Buches erinnert nicht umsonst an die beliebte Serie Sex and the City: Gay and the City – dieser Meilenstein der schwulen Literatur, beschwört die Freundschaften, die schwule Männer schließen, ganz egal ob sie nun mit oder ohne Sex beginnen oder ganz ohne Sex auskommen. Mit spitzer Zunge und scharfem Blick beschreibt der Autor Ethan Mordden das schwule Leben in Manhattan, wo der exzentrische Erzähler Hof hält und über die Verwicklungen im Leben seiner Freunde berichtet – vom unerschütterlichen Dennis Savage und seinem Partner Little Kiwi, der stets in Begleitung seines nervenden Hundes Bauhaus auftaucht; vom attraktiven Carlo, Inbegriff des muskulösen ‘Hunk'; und von vielen anderen, die sich finden, um festzustellen, dass ihre geradezu verschworene Gemeinschaft das größte Geschenk ist, das sie sich gegenseitig machen können.