John Boyne – Das späte Geständnis des Tristan Sadler

Der irische Schriftsteller John Boyne wurde 1971 in Dublin geborden und feierte seinen internationalen Durchbruch mit dem Roman Der Junge im gestreiften Pyjama, der in vielen Ländern auf den Bestsellerlisten stand und sogar für das Kino verfilmt wurde. Nun ist sein neuer Roman “Das späte Geständnis des Tristan Sadler” erschienen.

Die Handlung spielt im September 1919 in London. Der junge Tristan Sadler steigt in einen Zug nach Norwich, um sich dort mit der Schwester seines gefallenen Kriegskameraden Will zu treffen. Er berichtet Ihr von den grausamen Erlebnissen im Ersten Weltkrieg: Die erste Begegnung mit Will im Ausbildungslager, das Leben und Sterben im Grabenkampf, aber auch von der Freundschaft und dem Vertrauen, das sich die beiden jungen Männer schenkten. Der Leser ahnt schnell, dass die Zuneigung zwischen den beiden jungen Soldaten nicht nur Freundschaft, sondern Liebe war – und der Auslöser einer Tragödie.

John Boyne schildert in seinem Buch “Das späte Geständnis des Tristan Sadler” nicht nur schonungslos die ungeheuerlichen Schrecken des Krieges, sondern auch, wie Will versuchte, unter unmenschlichen Bedingungen einen Rest von Menschlichkeit zu bewahren.

Sami Hilvo – Die Schnapskarte

Die Liebe zwischen zwei Männern, die in diesem Roman des finnischen Autors Sami Hilvo beschrieben wird, ist wild und wunderschön.

Die Schnapskarte spielt zu der Zeit, in welcher der Zweite Weltkrieg Finnland erreicht. Die beiden Jungs Urho und Toivo sind zu diesem Zeitpunkt frisch verliebt und gemeinsam beim Militär. Trotz des des Infernos verbringen die beiden eine idyllische Zeit. Doch dann passiert etwas Grausames: Toivo wird im Krieg verwundet und kehrt in seine Heimat zurück. Hier heiratet er eine Frau, wird von dieser jedoch verlassen, als seine Verletzungen ihn zum Krüppel machen. Sein Ex-Freund Urho heiratet ebenfalls eine Frau, übersteht die Ehe jedoch nur unter Alkoholeinfluss. Als sein ehemaliger Liebhaber Toivo stirbt, bricht für ihn eine Welt zusammen.

Erst viele Jahre später entdeckt sein Enkel Mikael – der ebenfalls schwul ist – die Tagebücher, in denen Urho die Geschichte von Liebe, Krieg und Elend aufgeschrieben hat. Im Gegensatz zu seinem Großvater verläuft Mikaels leben jedoch recht langweilig. Mikael schmökert den ganzen Sommer in den Tagebüchern, während er gleichzeitg den Garten seiner Großeltern wieder auf Vordermann bringt. Sami Hilvo erzält ohne viel Schnickschnack eine berührende Geschichte einer Männerliebe, und so steuert sein Buch Die Schnapskarte auf ein sehr poetisches Ende zu.