Thomas Hermanns beschreibt in seinem Buch “Für immer disco” sein doppeltes Coming-out – nicht nur als Homosexueller, sondern auch als Disco-Fan, den Soundtrack seiner Jugend und alles was man darüber wissen muss. So entpuppt sich das Buch auch als kleines Disco-Lexikon, da es unter anderem exklusive Interviews mit Stars wie Gloria Gaynor, Mousse T., Sister Sledge, Michael Kunze, Penny McLean und Marianne Rosenberg enthält.
Thomas Hermanns nimmt uns mit auf eine autobiographische Zeitreise in die Jugendjahre und sein langwieriges Coming-out zwischen den Trabantenstädten von Nürnberg-Langwasser und den Robinson-Clubs an der Riviera. Zum Vehikel der Bewusstwerdung seiner sexuellen Orientierung wurde die Musik. Während seine „fettigen, freakigen und faulen“ Klassenkameraden ihre Unterleiber beim Stehblues zu „Lady in Black“ von Uriah Heep an ihre Tanzpartnerinnen rieben, bekam er eine Erektion beim Anblick des Sängers von Hot Chocolate. Schon als im Jahre 1977 “Saturday Night Fever” herauskam, stand Thomas hermanns in seinem Kinderzimmer vor den Postern von John Travolta, Abba und Amanda Lear und träumte, eines Tages selbst im Studio 54 mit Bianca Jagger und Andy Warhol den Hustle zu tanzen.
Für alle Fans der Diskowelle ein “Für immer disco”ein unbedingtes Muss: Das Buch ist eindrucksvoll erzählt und lädt nicht nur Schwule zum Schmunzeln ein.